Die Idee hinter dem Projekt

Es hat sich gezeigt, dass man mit seinen persönlichen Datenschutzaktivitäten nicht alleine dasteht. Auch zahlreiche andere Aktive fragen bei den Unternehmen die Herkunft der Daten ab und widersprechen der weiteren Nutzung. Alle diese Aktionen bleiben jedoch unkoordinierte Einzelaktionen, nach denen zwar der Einzelne vielleicht in Erfahrung bringen konnte, welche Wege seine Adressdaten genommen haben. Das große Ganze aber, die Vernetzung der Werbewirtschaft untereinander bleibt trotz der zahlreichen Datenschutzskandale der vergangenen Monate nach wie vor verborgen. Eine systematische Zusammenfassung und Auswertung der Datensammelwut findet nicht statt.

Genau hier soll das neue FIfF-Projekt Datenspuren ansetzen. In diesem Projekt sollen die Einzelinformationen aus den Antworten der Werbewirtschaft zusammengetragen und ausgewertet werden, so dass auf diesem Weg ein Bild über die Vernetzung der Adressvermarkter entstehen kann. Mit Hilfe dieser Informationen kann der Einzelne ermitteln, mit welchen sonstigen Firmen ein Adressvermarkter Geschäftsverbindungen unterhält und an welche Firmen die eigenen Daten verkauft worden sein könnten. Da die Adressvermarkter diese Informationen bislang verweigern, werden diese jetzt von den Betroffenen selbst zusammengestellt und rekonstruiert. Bislang ist jede Informationskette eine Einbahnstraße vom Versender der Werbung hin zur Quelle der Adressdaten. Dies wird durch das Projekt erstmals durchbrochen.

Ergänzt werden soll das Projekt durch Informationen, wie die einzelne Firma mit Datenschutzanfragen umgeht, ob sie Auskünfte korrekt und innerhalb gesetzter Fristen beantwortet oder eher schlampig mit den Datenschutzrechten des Betroffenen umgeht.

Das Datenspuren-Projekt schafft auf diesem Weg eine Öffentlichkeit für die Problematik der Datensammelwut. Idealerweise wird auch Druck auf die Werbewirtschaft aufgebaut, auf Datenschutzanfragen endlich korrekt und angemessener Zeit zu antworten. Wenn dann auch in Zukunft die Versender von Werbung aus Imagegründen darauf achten, ihre Adressen auch wirklich aus seriösen und voll zurückverfolgbaren Quellen anzukaufen, wäre ein großes Ziel erreicht.

Um das Projekt auf eine möglichst breite Basis zu stellen und damit möglichst viele Informationen zusammengetragen werden können, wird eine Kooperation mit anderen befreundeten Vereinen und Organisationen angestrebt. Das Projekt lebt stark vom Mitmachen möglichst vieler Personen, die bereit sind, ihre Informationen aus Datenschutzanfragen dem Projekt zur Verfügung zu stellen. Damit das Projekt von Seiten der Werbewirtschaft nicht angegriffen oder aus dem Netz geklagt werden kann, ist die Mitarbeit von Moderatoren nötig, um die erhaltenen Informationen zu prüfen, aufzubereiten und in das Projekt einzupflegen.

Wer Interesse hat, die Datenspuren-Sammlung auf die eine oder andere Art und Weise aktiv zu unterstützen, findet auf der nächsten Seite alle Informationen.